Die Kryosauna

 

Was bedeutet Kryotherapie?

Das Wort „Kryo“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet kalt bzw. Kälte. Als Kryotherapie wird generell eine Thermobehandlung mittels Kälte bezeichnet. Man unterscheidet zwischen lokalen Anwendungen und Ganzkörperkryotherapie.

Kälte wird als Behandlungsmethode bereits seit der Antike eingesetzt. Der berühmte Arzt Hippokrates sowie auch der griechische Anatom Galen beschreiben den Einsatz von Kälte bei Schmerzen und bei Bewegungseinschränkungen.

Ganzkörperkryotherapie

Bei der Ganzkörperkryotherapie wird der gesamte Körper gekühlt. Bekannt in diesem Bereich ist z.B. das ‚Eisbaden’ bei Wassertemperaturen um die 5°C.

1980 entwickelte der japanische Arzt Dr. Toshima Yamauchi die weltweit erste Kältekammer, einen begehbaren Kühlraum mit therapeutischen Temperaturen von bis zu -110°C. In dieser Kammer hält man sich ca. 1-3 Minuten auf, trägt Badekleidung, einen Mundschutz, Handschuhe und Schuhe und bewegt sich während der Zeit vollständig im eiskalten Raum. Meistens bestehen Kältekammern aus mehreren Kammern, meist 2 bis 3 mit unterschiedlich kalten Temperaturen.

In den 90er Jahren griff Professor Alexander Baranov in St. Petersburg die Forschungen von Yamauchi auf und entwickelte die erste Einpersonen-Kältekammer bzw. Eissauna. Die Unterschiede zur Kältekammer sind, dass der Kopf nicht mitgekühlt wird, somit wird auch kein Mundschutz benötigt. Die Temperatur während der Behandlung ist noch kälter als in der Kältekammer, ca. minus 160°C.

Was bewirkt die moderne Kryotherapie?

Durch die radikale und schnelle Abkühlung nimmt das Gehirn eine (vermeintlich) lebensbedrohliche Situation wahr und beginnt augenblicklich mit einer starken Gegenregulation.

Physiologische Veränderungen, die kurzfristig im Gewebe erfolgen:

• Die Blutgefäße verengen sich während der Sitzung (Vasokonstriktion)
• Der Zellstoffwechsel wird herabgesetzt
• Gewebeentzündungen werden abgeschwächt
• Die Kapillardurchlässigkeit wird herabgesetzt (Kapillarpermeabilität) und dadurch werden lokale Wasseransammlungen (Ödeme) reduziert
• Die Nervenleitgeschwindigkeit wird verringert
• Das übermäßige Zusammenziehen der Muskeln (Muskelkontraktilität) wird gemindert
• Kurzfristig erhöht sich die Muskelspannung, was langfristig zu einer Minderung führt
• Die Fließfähigkeit der Gelenkschmiere (Viskosität der Synovialflüssigkeit) wird erhöht.

Kryosauna Behandlungsablauf

Je weniger Kleidung in der Kabine getragen wird, desto effektiver ist die Behandlung. Meist wird die Eissauna mit Unterwäsche betreten. Die Füße sollten mit wärmenden Socken oder gefütterten Hüttenschuhen bekleidet sein. Schmuck und Piercings (außer am Kopf) sind vor der Behandlung zu entfernen.

Nach dem Betreten der Kabine wird der zu Behandelnde mit Hilfe eines Lifts so positioniert, dass der Kopf über den Rand der Kryosauna schaut, so dass man unbeschwert atmen kann und der Kontakt zum Anwender aufrechterhalten wird. Während der Behandlung sollte man sich leicht auf der Stelle bewegen bzw. langsam in der Kabine drehen.

Durch die Zufuhr eisgekühlter Luft sinkt die Temperatur innerhalb der Kabine binnen Sekunden. Da jedoch die Luft kaum noch Feuchtigkeit enthält, wird diese nicht als so extrem kalt empfunden, obwohl die Hautoberfläche schnell und stark abkühlt. Dies bietet einen enormen Vorteil gegenüber einem Eisbad.

Ein Behandlungszyklus dauert max. 3 Minuten und findet immer unter Aufsicht eines fachkundigen Anwenders statt. Es ist jederzeit ein sofortiges Abbrechen der Behandlung möglich.

Grundsätzlich findet vor jeder Erstbehandlung ein Aufklärungsgespräch statt.

Wird die Ganzkörperkryotherapie ärztlich verordnet, übernehmen private Krankenkassen in der Regel die Kosten für die Behandlung. Gesetzliche Krankenkassen verfahren hier immer noch nach der Einzelfallprüfung.